Die Taufe
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Seht , welch eine Liebe uns der Vater erwiesen hat, daß wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch. (1. Johannes 3,1) |
Die Taufe: Wasser als Zeichen für Gottes Ja
In der Taufe verbindet sich Gottes Zusage mit dem Element Wasser. Deshalb wird Wasser über den Kopf des Täuflings gegossen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Jesus Christus selbst hat zu taufen aufgetragen. Am Ende des Matthäusevangeliums im Neuen Testament spricht er als Auferstandener zu seinen Jünger (der sogenannte "Taufbefehl"): "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." (Matthäus 28,18-20)
In einer Welt voller Unheil und Gefährdungen drückt die Taufe Gottes befreiendes und rettendes Handeln aus. Sie ist der Beginn eines neuen Lebens, das unter dem Zeichen der Liebe Gottes und seiner Vergebung steht. Den Getauften wird zugesagt: Ihr seid nicht mehr jedem Ungeist ausgeliefert. In euch wirkt Gottes heiliger Geist.
Bei der Taufe von Kleinkindern kommt zum Ausdruck: Gott sagt zu uns bedingungslos Ja. Dieses Ja geht allen menschlichen Verstehen, Entscheiden und Tun voraus. Bei Jugendlichen ist häufig die Konfirmation Anlaß zur Taufe. Wenn Erwachsene zum Glauben kommen und sich taufen lassen, wird deutlich: Die Taufe stellt eine Wende im Leben dar, die als Einschnitt, manchmal auch als Bruch mit der Vergangenheit erfahren wird. Intensive Gespräche gehen einer solchen Entscheidung meist voraus.
Taufe ist einmalig. Gottes Ja gilt ein für allemal. Er zieht es nicht zurück, auch wenn Menschen andere Wege gehen. Deshalb kann und braucht die Taufe nicht wiederholt zu werden, wenn ein Mensch sich neu auf seinen Glauben besinnt. Wer aus einer christlichen Kirche ausgetreten ist, wird bei einem erneuten Kircheneintritt nicht mehr getauft. Die Taufe behält ihre Gültigkeit während des ganzen Lebens.
Die Vorbereitung der Taufe
Termin
In unserer Kirchengemeinde finden normalerweise die Taufgottesdienste am Sonntag im Anschluß an dem Hauptgottesdienst um 10:30 Uhr, bzw. 11:00 Uhr statt. Es kann auch vorkommen, dass mehrere Kinder bei der Feier getauft werden. Auch während des Hauptgottesdienstes werden Taufen durchgeführt. Bitte setzten Sie sich früh genug (ca. 6 bis 8 Wochen vorher) mit dem Pfarramt (Telefon: 08191 / 44 37) in Verbindung. So bleibt genügend Zeit, einen geeigneten Termin zu finden.
Taufgespräch
Ungefähr 1 bis 2 Wochen vor dem Taufgottesdienst findet das Taufgespräch statt. Bitte halten Sie zu diesem Gespräch die Geburtsurkunde des Täuflings bereit. Die Standesämter stellen bei Geburten in der Regel eine Bescheinigung "für religiöse Zwecke" aus. Bei erwachsenen Taufinteressenten ist das Familienstammbuch ausreichend. Der Taufgottesdienst kann gemeinsam von der Pfarrerin oder dem Pfarrer, der Tauffamilie und den Patinnen und Paten vorbereitet und gestaltet werden. Eltern und Paten können ein biblisches Wort als Taufspruch für den Lebensweg des Täuflings auswählen.
Schön ist es, wenn auch die Paten beim Taufgespräch dabei sein können.
Das Patenamt
Für die Taufe bei einem Kleinkind ist mindestens eine Patin oder ein Pate nötig. Patin oder Pate kann sein, wer der evangelischen Kirche angehört und zum Abendmahl zugelassen ist. Auch Mitglieder einer der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) angehörenden Kirche können zum Patenamt zugelassen werden. Eine Liste der Mitglieder der ACK finden Sie unter http://www.oekumene-ack.de/.
Wer keiner christlichen Kirche angehört, kann das Patenamt nicht übernehmen (die Kirche beauftragt ja zum Patenamt und der Pate oder die Patin ist Stellvertreter, bzw. Stellvertreterin der christlichen Gemeinde).
Häufig gestellte Fragen zur Taufe
Wie alt sollte mein Kind zur Taufe sein?
Unsere Kirche tauft aus Glaubensgründen bereits Kleinkinder. Daneben ist eine Taufe in jedem Alter möglich.
Wer kann Taufpate oder Taufpatin werden?
Alle getauften und konfirmierten evangelischen Christen. Patin oder Pate kann nicht werden, wer keiner christlichen Kirche oder einer Sekte angehört. Wer aus der Kirche ausgetreten ist, hat damit auch das Recht aufgegeben, Taufpate zu sein.
Was ist eine Patenbescheinigung?
Kommt der Pate oder die Patin nicht aus der Kirchengemeinde des Täuflings, werden sie um eine Patenbescheinigung gebeten. Die stellt das Heimatpfarramt des Paten oder der Patin aus. Die Patenbescheinigung bestätigt die Kirchenzugehörigkeit der Patinnen und Paten.
Müssen die Eltern Mitglied der Kirche sein?
Die Eltern verpflichten sich in der Tauffrage zur christlichen Erziehung ihres Kindes. Deshalb sollte ein Elternteil Mitglied einer christlichen Kirche sein.
Gibt es eine ökumenische Tauffeier?
Obwohl die evangelische Taufe in fast allen Kirchen Gültigkeit hat, gibt es noch keine gemeinsame ökumenische Tauffeier. Es gibt allerdings viele Möglichkeiten, ökumenische Elemente in die Tauffeier einfließen zu lassen. Fragen Sie uns.
Der Ablauf der Tauffeier
Im ersten Teil der Taufe steht der biblische Taufspruch im Mittelpunkt. In einer Ansprache wird er für das Leben des Täuflings und der Anwesenden ausgelegt. Musik und Gesang gehören zur Feier.
In der evangelischen Kirche wird der alte Brauch der Taufkerze wieder aufgegriffen. Das Licht der Taufkerze verweist auf Jesu Worte: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." (Johannesevangelium 8,12)
Die Kerze kann im Taufgottesdienst und am Tauftag (oder zum Geburtstag) zur Erinnerung angezündet werden. Es ist eine schöne Möglichkeit, die Taufkerze mit Taufsymbolen, Namen und Taufdatum zu gestalten.
Im zweiten Teil der Feier wird die eigentliche Taufhandlung vollzogen:
Sie beginnt mit den Fragen an die Eltern und Patinnen oder Paten:
"Liebe Eltern,
wir alle haben unser Leben von Gott. So sollt ihr euer Kind als Gabe des Schöpfers annehmen. Durch eure Liebe soll es das erste Zutrauen zur Güte Gottes gewinnen. Größer als unsere Liebe ist die Liebe Jesu Christi. Darum sollt ihr euer Kind zum Glauben an Jesus Christus hinführen, zum Beten anleiten und ihm helfen, daß es ein lebendiges Glied der Kirche Jesu Christi bleibt. Seid ihr dazu bereit, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe."
Die Patinnen und Paten werden gefragt:
"Liebe Patinnen, liebe Paten,
ihr vertretet bei diesem Kind die christliche Gemeinde. Deshalb frage ich euch: Seid ihr bereit das Patenamt an diesem Kind zu übernehmen, für dieses Kind zu beten, ihm in Notlagen beizustehen und ihm zu helfen, daß es ein lebendiges Glied der Kirche Jesu Christi bleibt, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe."
Ältere Kinder, Jugendliche oder Erwachsene werden gefragt:
"Glaubst du an Gott den Vater, den Schöpfer aller Dinge?
Glaubst du an Jesus Christus, Gottes Sohn, unsern Herrn?
Glaubst du an den Heiligen Geist, der lebendig macht?
Willst du getauft werden?"
Die Fragen können je nach Situation und Pfarrer, bzw. Pfarrerin unterschiedlich ausfallen.
Es folgt das Glaubensbekenntnis.
Taufhandlung
Wasser versinnbildlicht als Element den Ursprung allen Lebens. Es ist zugleich Mittel und Symbol der Reinigung. Wasser wird dem Täufling dreimal über den Kopf gegossen, so, dass es die Anwesenden sehen können. Dazu spricht die Pfarrerin, der Pfarrer:
"(Name), ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."
Dann wird dem Täufling die Hand aufgelegt und der Segen zugesprochen:
"Gott - Vater, Sohn und Heiliger Geist - gebe Dir seine Gnade, er beschütze dich vor allem Bösen, er stärke dich und helfe dir zu allem Guten, er bewahre dich zum ewigen Leben. Friede sei mit dir."
Der Schlussteil des Gottesdienstes ist geprägt von den Fürbitten für die oder den Getauften, die Familie und für wichtige Anliegen.
Familienangehörige, Paten und Gemeindeglieder können Gebete sprechen und selbst Fürbitten formulieren. Eine kleine Auswahl an Gebeten findet sich im Evangelischen Gesangbuch, Nr. 814.
Schließlich beten alle Teilnehmenden gemeinsam das Vaterunser und werden mit dem Segen in den Tag entlassen.
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